Projektbeschreibung

Der „Kompass für die Bläserfachdidaktik“ ist ein Novum unter den Unterrichtskonzepten für die Musikhochschulen: Er bietet einen kompakten Überblick über die Praxisthemen, die den Studierenden der Instrumentalpädagogik vermittelt werden sollten. Dozenten, Studierende und Lehrer können damit ihr eigenes Wissen abgleichen und ihre Unterrichtskompetenzen erweitern und ergänzen.

Der „Kompass“ entwickelt ein stimmiges Praxiskonzept für einen Unterricht, mit dem die Schüler durch eine ausgewogene Mischung aus erlebnis- und erfolgsorientiertem Lernen nachhaltig gefördert werden. Das Konzept basiert auf einem ganzheitlichen und klangbezogenen Arbeitsweg, der die Schüler rasch und zuverlässig zum musikalischen Erfolg führt.

Die Themen im „Kompass“ sind breit gefächert und beschreiben traditionelle handwerkliche wie auch moderne Arbeitswege und Methoden. Dabei stehen die Themenfelder in einem inneren Zusammenhang: Eine geschickte Raumregie für das Unterrichten beispielsweise ist mit der Klangarbeit ebenso verbunden wie etwa mit dem Wissen über Intonationsarten. Kompetenzen in peripheren Bereichen wirken stets in die Kernthemen des Bläserunterrichts hinein und von dort wieder zurück.

In diesem Buch wird außerdem erstmals ein Bewertungsraster für Lehrproben vorgestellt, das die Notenfindung für Prüfer und Studierende transparent und nachvollziehbar macht.

Der „Kompass“ ist aus der Idee entstanden, einen Wegweiser durch den umfangreichen Lehr- und Lernstoff der Bläserfachdidaktik zu geben. Er soll Dozenten, Studierenden und Lehrern dazu verhelfen, ein ausgewogenes und vernünftig realisierbares Maß an Unterrichtsinhalten zu finden.

Der „Kompass“ leistet somit einen Beitrag, allgemeingültige Standards für die Ausbildung von Instrumentalpädagogen zu etablieren.

Die Themen:
Lernfeld Atem – Lernfeld Körper und Klang – Klangkomponenten – Lernfeld Spieltechnik – Methoden – Aktionsformen des Unterrichts – Ergänzende Lernfelder: Körperkonditionierende Übungen und Übungen zu personalen Kompetenzen – Fachkunde – Gruppenunterricht – Bewertung von Lehrproben

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Bewertungsraster für Lehrproben

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Rezension in „Üben und Musizieren“, 4/2012

Die Zeit war überreif, ein Grundlagenwerk speziell bezogen auf bläserbezogene Themen methodischer und didaktischer Art zu verfassen. Man kann Norbert Voll daher nicht genug danken, dass er sich dieses fachdidaktischen Themas angenommen hat. Ein Kompendium vergleichbarer Art gab es bisher nicht.

Voll behandelt die Themengebiete, die Musikstudierende am Ende ihrer Ausbildung beherrschen müssen, detailliert und umfangreich. Angesichts der wachsenden Unsicherheit in Hinsicht auf gesicherte Arbeitsverhältnisse für AbsolventInnen unserer Musikhochschulen ist profundes Wissen neben weitgefächerter Ausbildung ein wertvolles Gut. Denn Vielseitigkeit ist auch in Musikberufen mehr denn je gefragt. In seinem Nachwort betont der Autor die Bipolarität von künstlerischen und pädagogischen Fähigkeiten dankenswerterweise besonders.

Inhaltlich sind alle bläserrelevanten Bereiche ebenso bedacht wie allgemein instrumentalpädagogische Grundfertigkeiten. Konnte man sich diese bisher auch auf anderen Wegen, oft in mühsamer Suche, aneignen, sind sie nun in kompakter, vor allem aufeinander bezogener Form verfügbar. Als Student oder Studentin erfährt man das Wesentliche auf einen Blick, erfahrene PädagogInnen können sich Anregungen, Erinnerungen und Hilfestellungen holen.

Darzustellen, inwieweit sich dabei theoretische Idealsituationen mit der realen Unterrichtswirklichkeit decken, ist nicht Aufgabe des Buchs. Als Beispiel sei hier das Kapitel Unterrichtsorganisation genannt. Die zunehmenden 30-Minuten-Unterrichtseinheiten (es gibt sogar schon 22,5-Minuten-Einheiten!) lassen es fast nicht mehr zu, die hier beschriebenen, höchst wünschenswerten Aspekte in den Unterrichtsalltag einzubringen. Dennoch ist es wertvoll, das eigene Unterrichten anhand des Buchs immer wieder zu hinterfragen, sich dessen auch als Schutz vor zu viel Routine zu bedienen.
Inhaltlich und formal haben wir hier ein Vademecum, wie man es selten antrifft. Kein Aspekt der instrumentalpädagogischen Vermittlung ist ausgespart, wertvolle Literaturhinweise sind gleich an den inhaltlich geeigneten Stellen angegeben, sodass der interessierte Leser sofort Quellen bzw. Ergänzungsliteratur findet. Ein großer Dank aller BläserInnen gebührt daher dem Autor.

Peter Hoefs

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