Franz Schubert: Festliches Menuett

 

Die Musik Franz Schuberts gilt als typisch für das neunzehnte Jahrhundert. Dass die erst spät wiederentdeckten Bläsermenuette von Schubert dennoch unverkennbar klassische Merkmale aufweisen, hat seinen Grund: Die Menuette entstanden bereits im Jahre 1811, als Schubert vierzehn Jahre alt war und als Wiener Konviktschüler bei Salieri (1750 – 1825) im Unterricht stand.

Schubert komponierte seinerzeit sechs Menuette. Die vorliegende Blasorchesterbearbeitung geht auf das Menuett III zurück; von diesem Menuett wie von den Menuette I und II wurde eine Partitur für Bläser gefunden, während von den Menuetten IV – VI lediglich ein Klavierentwurf existiert. Das Menuett ist im Original für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner, eine Trompete und zwei Fagotte (Abfolge der Partitur) instrumentiert.

Die Oberstimmen, vor allem die Oboen sind ungewöhnlich hoch geführt. Die Bearbeitung für Blasorchester rückt das Menuett von klingend D-Dur nach klingend Es-Dur, in eine den Bläsern besser liegende Tonart. So kann auch im Blasorchester mühelos im „Leggiero“-Chrakter musiziert werden.

Die in mehreren Registern gleichzeitig geführten Passagen können – je nach Besetzung – immer wieder auf einzelne Register reduziert werden. Dem Stil der Popularmusik des achtzehnten Jahrhunderts entsprechend ist für das Menuett ein eher lebhaftes, „italienisches“ Tempo zu raten, wie dies der Tempovorschlag der Bearbeitung verdeutlicht.

Partitur, Seite 1